Kategorie: Lautsprecherbausätze

Referenz-Standlautsprecher mit Accuton, Bliesma und Audaphon


Der Maßstab

Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 1
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Zwei Keramik-22er im Bass, dazu eine 14-Zentimeter- Mitteltonkalotte und ein 16 Zentimeter langer Air- Motion-Transformer: Das muss ja gut werden. Nun, ein bisschen mehr als nur eine beeindruckende Bestückung gehört schon noch zu einem guten Lautsprecher, aber ich kann Ihnen versichern. Die „Mosel“ ist gut geworden, sehr gut sogar.

Mit gut 5000 Euro Materialkosten pro Seite ist die Mosel auch im hochwertigen Bausatzsortiment des Lautsprechershops im obersten Regal einsortiert – aber ab und zu ist es einfach auch ganz interessant, zu sehen, was geht.  

Technik 


Die „Mosel“ setzt auf eine hochklassige Treiberkombination von Accuton, Bliesma und Audaphon. Die Accuton S220-6-224 sind Tieftöner, deren extrem harter Konus wie bei allen anderen Treibern des Herstellers hinter Gitter muss, um die empfindliche Membran vor Fingerabdrücken zu schützen, die die Konsistenz des hauchdünnen Konus gefährden können.

Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 2Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 3Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 4Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 5Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 6Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 7Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 8Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 9Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 10Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 11Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 12
Der Accuton bietet alle Vorzüge einer extrem harten Membran, also in erster Linie perfekt kolbenförmiges Schwingen im Einsatzbereich. Rechnerisch begnügt er sich auch schon mit einem moderaten Volumen. Dies wird durch eine tiefe Resonanzfrequenz des Treibers und eine niedrige Güte von etwa 0,2 erreicht, was die Flexibilität bei der Auslegung eines Reflexgehäuses ungemein erhöht. Im Gegensatz zur AmTom steht den beiden Treibern hier ein größeres Volumen zur Verfügung.  

Der Bliesma M142A-6 Mitteltöner ist ein ganz besonderer Treiber, ich würde sogar sagen, dass wir so etwas noch nicht gesehen haben.
Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 4
Durch die dunkel gefärbte Membran nicht auf den ersten Blick zu erkennen, aber hier werkeln zwei Accuton-Keramik-Treiber im Bass
Größere, konvexe Treiber habe ich zwar schon in den Findern gehabt, in der Regel waren das aber konventionelle Konustreiber mit einer eingeklebten „Linse“. Hier sehen wir eine echte Aluminium-Magnesium-Kalotte, wie beim Hochtöner T34A, nur eben mit 142 Millimetern Durchmesser! Da hier entscheidende Teile des Antriebs erstens sehr kompakt ausgeführt werden (Neodym-Antrieb, „versteckte“ Sicke) und teilweise im Inneren der Kalotte liegen, ist die Einbautiefe des Treibers äußerst gering. Trotzdem kann man ihn nicht einfach in die Schallwand einsetzen, denn der M142A-6 ist hinten offen und muss in eine separate Kammer eingesetzt werden, die bedämpft wird. Tatsächlich hat das Chassis sogar einen Parametersatz, das es theoretisch zum Tiefmitteltöner für den Bassreflexeinsatz befähigt, aber das will man angesichts seiner Mitteltonqualitäten nicht wirklich. Statt dessen kann man den Bliesma schon im niedrigen dreistelligen Hertz- Bereich einsetzen und dann bis etwa 3 Kilohertz durchlaufen lassen. Wegen der großen Kalotte ist die Membranresonanz auf etwa 5,5 Kilohertz gesunken, was eventuell weitere Maßnahmen erfordert.   

Der Audaphon AMT160 Ultra Air Motion Transformer mit seiner charakteristischen rot eloxierten Frontplatte sieht nur auf den ersten Blick so aus wie der AMT U160W von Mundorf. Tatsächlich hat man hier den gleichen Einbaurahmen verwendet, das technische Innenleben stammt von den „großen“ AMTs aus dem Hause Mundorf.   

Gehäuse 


Das Gehäuse der Mosel ist wuchtig und gedrungen – nicht mehr so ganz eine „schlanke Standbox“. Der größte Teil des Volumens gehört den beiden Accuton- Tieftönern. Im Tiefbass werden diese unterstützt von zwei gewaltigen Reflexrohren, die über 90-Grad-Knicke bis weit ins Gehäuse reichen. Die Frontwand ist teilweise bis zu 10 Zentimeter dick, unter anderem, um das abgetrennte Volumen für den Mitteltöner zu erzeugen. Außerdem werden so die großzügigen angeschrägten Fasen um den Hochtöner herum ermöglicht. Die separate Kammer an der Rückseite der Box beherbergt entweder ein Hypex- Aktivmodul oder – wie bei unserer Testbox die Frequenzweiche.  

Frequenzweiche

 
Die Filter der Mosel sind recht flach ausgefallen, dafür gibt es einige zusätzliche Linearisierungsmaßnahmen.

Lautsprecherbausätze Lautsprechershop Mosel im Test, Bild 3
Zahlreiche Saugkreise machen die an sich einfache Weiche recht komplex
Die Tieftöner haben ein Filter zweiter Ordnung. Dazu einen Saugkreis auf der oberen Resonanzspitze. Der Mitteltöner kommt mit je einem Hochpass und einem Tiefpass und einem Vorwiderstand aus, dafür gibt es insgesamt drei Saugkreise zur Entzerrung der Einbauresonanz des kleinen Frequenzgangbuckels um 1 kHz und zur Bedämpfung der Membranresonanz. Die beiden oberen Saugkreise sind so schmalbandig ausgelegt, dass ihnen der Innenwiderstand der verwendeten Spule zur optimalen Wirkung genügt. Der Hochtöner hat ebenfalls nur ein Filter erster Ordnung und einen Saugkreis, der den Frequenzgang sanft begradigt. Zwei weitere optionale Saugkreise sorgen für einen linearen Impedanzverlauf bei der Verwendung eines Röhrenverstärkers.  

Messwerte

 
Und das ist bei der Mosel tatsächlich auch ein realistischer Anwendungsfall, denn die Box macht deutlich über 90dB/2,83V/m! Darüber hinaus ist sie wirklich ein Musterbeispiel an Linearität und mit ihren ganz flach abfallenden Bass auch an realitätsnaher Abstimmung. Das Rundstrahlverhalten ist perfekt: Bis 10 Kilohertz verlaufen alle unsere Messkurven eng beieinander und parallel, erst darüber gibt es etwas stärker Bündelung. Der Impedanzverlauf ist etwas „zackig“, aber komplett über 3,5 Ohm – hier sorgen gegebenenfalls die beiden optionalen Saugkreise für mehr Geschmeidigkeit. Die Klirrmessungen sind einwandfrei, bis auf einen kleinen K2-Zacken, der mit der Membranresonanz des Mitteltöners korrespondiert – wenn man ganz genau hinsieht, kann man das auch im Frequenzgang- und Wasserfalldiagramm nachvollziehen. Ist das hörbar – nein.  


Hörtest 


Und die gemessenen Qualitäten zeigen sich auch im Hörraum: Die Mosel liefert eine beeindruckende Größe im Klangbild. Dies ist keineswegs als plumpe Übertreibung zu verstehen, sondern bezieht sich auf ihre bemerkenswerten und schier unerschöpflichen dynamischen Reserven. Die imposante Standbox meistert jede Herausforderung souverän. Selbst wenn man den Pegel noch ein Stück weiter erhöht, vermag sie mühelos eine weitere Dynamikebene hinzuzufügen, wenn ein Orchester oder eine Band nochmals an Fahrt aufnimmt – pure Spielfreude ist garantiert. Das gesamte Klangerlebnis bleibt dabei beeindruckend entspannt und über lange Zeiträume ermüdungsfrei. Es gibt keinerlei über- oder unterrepräsentierte Bereiche im akustischen Spektrum; alles verbleibt perfekt ausbalanciert, und das über alle denkbaren Hörlautstärken hinweg. Dies gilt vor allem für den exzellenten Bassbereich, der durch die im Freifeld leicht fallende Abstimmung am Boden eine perfekt ausgewogene und ultratiefe Basswiedergabe erzeugt. Die technische Perfektion zeigt sich auch in der exquisiten Auflösung, die die verwendeten Chassis ermöglichen. Unabhängig davon, wie komplex oder filigran die dargebotene Musik ist – die Mosel arbeitet jedes Detail mit absoluter Klarheit und einer spürbaren Freude am musikalischen Geschehen heraus. Durch die gleichmäßige Abstrahlcharakteristik entsteht am Hörplatz stets ein außerordentlich ausgewogenes Klangbild, was entscheidend für einen optimalen Höreindruck und ermüdungsfreien Genuss ist – genau so wie die perfekt ausbalancierte Räumlichkeit.  

Aufbauanleitung

 
Bestandteil der Baumappe vom Lautaprechershop  

Weichenbestückung 


Spulen: 

L1: 3.3 mH Kernspule (1,2 mm Draht) 
L2: 15 mH Backlack-Luftspule (0.7 mm Draht) 
L3: 10 mH Backlack-H-Kernspule (0.7 mm Draht) 
L4: 0.68 mH Backlack-Luftspule (1.0 mm Draht) 
L5: 3.9 mH Luftspule (0.5 mm Draht) 
L6: 0.47 mH Backlack-Luftspule (0.7 mm Draht) 
L7: 0.39 mH Backlack-Luftspule (0.7 mm Draht) 


Kondensatoren: 

C1: 100 µF Elko 
C2: 330 µF Elko 
C3: 33 µF MCAP EVO Silber/Gold Ol 
C4: 68 µF Elko 
C5: 4.7 µF MKP 
C6: 1.8 µF MKP
 C7: 3.3 µF ClarityCap 
C8: 0.27 µF MKP 


Widerstände: 

R1: 3.3 Ohm (20 Watt) 
R2: 8.2 Ohm (20 Watt) 
R3: 1.5 Ohm (MResist Supreme) 
R4: 4.7 Ohm (MResist Classic) 


Optionale Impedanzlinearisierung 
Spulen: 

L_lin1: 2.2 mH Luftspule (1.0 mm Draht) 
L_lin2: 0.15 mH Luftspule (0.7 mm Draht) 


Kondensatoren: 

C_lin1: 47 µF MKT 
C_lin2: 8,2 µF MKT 


Widerstände: 

R_lin1: 8.2 Ohm (20 Watt) 
R_lin2: 8.2 Ohm (20 Watt)  


Zubehör pro Box

 

 Anschlussterminals 
 Dämpfungsmaterial Sonofil und Bondum 
 Schrauben 
 Schaumstoffdichtstreifen für die Lautsprecher 
 Kabel


Lieferant: Lautsprechershop, Eggenstein

Fazit

Die Mosel vom Lautsprechershop ist ein faszinierende Technologieträger mit beeindruckendem Klang.Lust auf mehr? Entdecke unser Klang&Ton Abo!

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Kategorie: Lautsprecherbausätze

Produkt: Lautsprechershop Mosel

Stückpreis: um 5019 Euro+ Gehäuse 5.266 Euro (High-End-Weiche) 41 Euro (Impedanzlinearisierung)

8/2025

Die Mosel vom Lautsprechershop ist ein faszinierende Technologieträger mit beeindruckendem Klang.

Lautsprechershop Mosel

8/2025

Lautsprechershop Mosel
HIGH END TIPP - REFERENZ
Ausstattung & technische Daten 
Technische Daten
Chassishersteller : Audaphon, Accuton, Bliesma 
Vertrieb: Lautsprechershop Gattig, Eggenstein 
Internet www.lautsprechershop.de 
Konstruktion: Daniel Gattig, Dennis Frank 
Funktionsprinzip: Bassreflex 
Bestückung: 2x Accuton S220-6-224 1x Bliesma M142A-6 1x Audaphon AMT160 Ultra 
Nennimpedanz (in Ohm): 4 Ohm 
Kennschalldruckpegel 2,83 V/1m: 92 dB 
B x H x T (in cm) 27 x 110 x 45 
Kosten pro Stück: 5.019 Euro + Gehäuse 5.266 Euro (High-End-Weiche) 41 Euro (Impedanzlinearisierung) 
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Thomas Schmidt
Autor Thomas Schmidt
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Datum 29.08.2025, 10:02 Uhr
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Interessante Links:
  • www.hausgeraete-test.de
  • www.heimwerker-test.de
  • hifitest.de/shop/
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