Kategorie: Musikserver, Endstufen

Systemtest: Soul Soul, Soul Soul-E


Ein Herz und eine Seele

Musikserver Soul Soul, Soul Soul-E im Test , Bild 1
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Auch bei hochwertigem Digital Audio ist man auf Computer angewiesen, die so ihre Eigenheiten haben. Soul möchte sein Know-How auf dem Gebiet mit einem neuen System unter Beweis stellen, das auch Audiophile glücklich machen soll.

Die Entwicklung von audiophilen Servern ist noch immer kein leichtes Unterfangen, da die dafür benötigte Technik aus einer ganz anderen Welt als der der HiFi-Elektronik stammt. Einfacher geht es da schon, wenn man eigentlich aus der IT-Industrie kommt und das audiophile Hobby nun professionell angeht. So verhält es sich auch bei der deutschen Firma Soul, die auf der Expertise von Clif Baier fußt. Seit über 35 Jahren als Entwickler tätig, entschied er sich irgendwann seinen eigenen Musikserver zu bauen und experimentierte viel mit optimierten Windows-Rechnern, bis schließlich der Entschluss gefasst wurde, das ganze Projekt größer anzugehen und bei Null anzufangen.

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Unzählige Motherboards wurden ausprobiert und immer wieder angehört, bis irgendwann das gewünschte Ergebnis erreicht war. Die neue Firma debütierte mit dem Soul M, der nun auch in einer deutlich umfangreicheren Version erhältlich ist. Dabei ist die Positionierung des schlicht Soul genannten Systems eher ungewöhnlich, aber durchaus sinnvoll. Der kleine Soul M wird hier mit einem Digital-Analog-Konverter und einer passenden Vorstufe in einem Gerät kombiniert. Dadurch lässt sich ein schlankes Audiosystem mit Aktivboxen erstellen, oder man greift zum praktischen Bundle aus Soul und der Endstufe Soul - E, die zusammen das Soul All-in-one Set ergeben, das wir zum Test erhalten haben. Optisch sind die beiden Komponenten natürlich voll auf einander abgestimmt. Die stabilen Aluminiumgehäuse mit ihren dicken Frontplatten, bieten identische Abmessungen und sind ein wenig schlichter gehalten um minimalistische Eleganz auszustrahlen. Darum sind selbst die Power-Schalter beinahe unsichtbar an der Unterseite angebracht und man verzichtet auf Display der Bedienfelder. Der Server zieht die Blicke lieber mit seinem zentralen Drehregler auf sich, der von einem Kranz aus orangenen LEDs umschlossen wird. Zwei weitere Lampen strahlen von der Unterseite auf die darunter befindliche Oberfläche, wobei die techte Anzeige durch unterschiedliche Farben die ausgewählte Quelle anzeigt. Auch die Endstufe zeigt mit einem projizierten Lichtpunkt auf der linken, dass sie einsatzbereit ist. Als zentraler Kern des Soul dient der angesprochene Soul M Server. Basierend auf einem Gemini Lake Motherboard wird hier ein Quad-Core Prozessor von Intel genutzt, um Audiodaten zu verarbeiten. Windows kommt hier allerdings nicht mehr zum Einsatz. Stattdessen setzt Soul, wie viele andere Server-Hersteller auch, auf ein Linux- System, um die Hardware deutlich besser ausnutzen zu können. Für das Speichern von Musik ist der Server mit einer 2 Terabyte großen SSD ausgestattet, doch auf Wunsch bietet Soul auch andere Möglichkeiten. So können alternativ auch eine 3,5-Zoll-Platte oder zwei 2,5-Zoll-Speicher beliebiger Größe eingesetzt werden. Als Player eingesetzt, ist der Soul in der Lage, Musik in allen beliebten Formaten wiederzugeben. Selbst SACD-ISO-Dateien können genutzt werden, was sicher viele Besitzer der HiRes-Datenträger freuen wird. Beim Anschluss eines externen Laufwerks ist es ebenso möglich, CDs direkt auf die interne Festplatte zu rippen, während sich Musikdaten, die bereits auf anderen Speichern vorhanden sind, unkompliziert per Netzwerk auf den Server übertragen lassen. Für einen ausgewachsenen Musikserver eher ungewöhnlich, bietet der Soul neben dem Ethernetanschluss auch eine WLAN-Verbindung, was die Aufstellung des Gerätes etwas flexibler gestaltet. Wer den Server auch als Bibliothek für weitere UPnP-Geräte verwenden möchte, ist mit dem Kabel aber sicher besser bedient. Für die Bedienung des Servers setzt Soul auf ein Webmenü, das mit dem Browser jedes beliebigen Gerätes im gleichen Netzwerk verwendet werden kann. Allerdings können auch Apps von Drittanbietern zur Steuerung genutzt werden. Dann versagt man sich jedoch dem vollen Funktionsumfang des ansprechend gestalteten Webmenüs, das trotz vieler Einstellmöglichkeiten, erfreulich schnell zu durchschauen und zu bedienen ist. Mit Schnellzugriffen für die Bibliothek, die aktuelle Wiedergabe und die Favoriten sind alle wichtigen Menüpunkte stets am oberen Bildschirmrand vertreten. Auch das Menü, die Mute-Taste und die Suchfunktion sind stets erreichbar. Gerade letztere ist sehr durchdacht und gleicht eingegebene Begriffe gleich mit mehreren Unterpunkten ab. Dazu werden auch die gekoppelten Streamingdienste wie Tidal und Highresaudio, direkt auf passende Ergebnisse gecheckt. Das Bibliotheksmenü bietet ebenfalls deutlich mehr als die üblichen Anordnungen nach Album, Titel und Interpret. Auch oft gespielte Tracks, Genres, Komponisten und weitere Anordnungen können hier ausgewählt werden. Das System des Servers bietet mit dem Webmenü enorme Möglichkeiten, seine Musik auf dem Server und anderen Geräten zu verwalten und abzuspielen und bleibt dennoch gut zu bedienen. Auch bei den anderen Sektionen des Gerätes hat Soul viel Aufwand betrieben, um den Server zu einem audiophilen System zu machen, denn alle Bauteile wurden vornehmlich wegen ihrer klanglichen Eigenschaften gewählt. Erneut zeigt sich, dass der Blick auf die Branche von Außen zu ganz neuen Ansätzen führen kann, denn statt einem der bekannten DAC-Chips der typischen Hersteller, setzt Clif Baier auf einen Digital-Analog-Konverter, der in der audiophilen Welt noch keine Beachtung fand. Welcher genau dies ist, behielt der Entwickler aber mit Bezug auf das Betriebsgeheimnis für sich. Die Spezifikationen des Chips liegen aber schon einmal auf hohem Niveau. 384 kHz für PCM und DSD bis 11,2 MHz, lassen den Wandler problemlos in den obersten Liegen mitspielen. Dabei steht der DAC nicht nur dem Server selbst zur Verfügung, sondern kann dank des I²S- und des optischen Anschlusses an der Rückseite auch von anderen Quellen genutzt werden. Obwohl der Soul sowohl Cinch- als auch XLR-Ausgänge bereithält, ist die Endstufe ganz auf die Verwendung mit symmetrisch arbeitenden Quellen ausgelegt. Auch beim Class-D-Verstärker setzte Soul auf ausgewählte Bauteile, was sich in unserem Labor bereits mit guten Messwerten auszahlte. Der Rauschabstand ist mit 95 dBr ausgezeichnet und verspricht tolle Dynamik. Auch der Frequenzgang spricht für gutes Engineering und fällt erst weit im unhörbaren Bereich merklich ab. Unseren Grenzwert von 0,7 Prozent Klirr erreichte die Soul - E bei etwa 130 Watt Kanalleistung, wobei die Klirrwerte über das Leistungsspektrum hinweg durchgehend auf recht niedrigem Niveau lagen. Auch wenn Soul bei der Entwicklung seiner All-in-one-Kombi hier und da ungewöhnliche Wege zu gehen scheint, geben die klanglichen Ergebnisse dem Hersteller recht. Im Hörraum zeigte sich das Set wunderbar lebendig und offen. Die gute Grundlagenarbeit in der digitalen Domäne zahlt sich durch viele Details aus, die auf analoger Seite mit einem angenehmen, musikalischen Fluss verbunden werden. Schon bei CD-Qualität wird hier druckvoll losgelegt und bereits die ersten Gitarrenriffs nehmen den Hörer mit. Die 192 kHz Aufnahme des Pittsburgh Symphony Orchestra legt dann noch mal einen drauf und bietet einen dunklen Hintergrund und tolle Dynamik. Bläser kommen druckvoll von weit hinten in den Raum, während die immer wieder schnell einsetzenden Streicher weiter vorne sich mit zunehmender Intensität immer größer aufbauen. Dabei kontrolliert die Endstufe die Lautsprecher auch bei schnellen Passagen ausgezeichnet. Das Set verbindet gekonnt das differenzierte Spiel von Server und DAC mit dem offenem und neutralen Sound der Vorstufe, bevor Soul - E das gelungene Paket mit der nötigen Power garniert. In Kombination mit den umfangreichen Möglichkeiten des Servers gibt es hier wirklich All-in-one.

Fazit

Ausgefeilte Digitaltechnik und audiophiler Anspruch kommen bei Souls All-in-one Set eindrucksvoll zusammen. Gut zu bedienen und mit zahlreichen Möglichkeiten ausgestattet, bietet der Soul Server eine ausgezeichnete Grundlage für die lebendig klingende Endstufe. Ein echtes Power- Pärchen.

Preis: um 4400 Euro

Musikserver

Soul Soul


08/2020 - Philipp Schneckenburger

Preis: um 3100 Euro

Endstufen

Soul Soul-E


08/2020 - Philipp Schneckenburger

Ausstattung & technische Daten: Soul Soul
Preis: um 4.400 Euro (im Set mit Endstufe etwa 7.400 Euro) 
Vertrieb: Tom Habke Audiovertrieb, Bremen 
Telefon 0421 24199330 
Internet: www.tomhabke.de 
B x H x T: 450 x 115 x 365 mm 
Eingänge: 1 x Ethernet, WLAN, 2 x USB-A, 1 x Toslink optisch, 1 x I²S HDMI, 1 x RCA Stereo 
Unterstützte Formate: MP3, WMA, AAC, OGG, LPCM, ALAC, FLAC, WAV, AIFF, DSD 
Unterstützte Abtastraten: bis 384 kHz, 24 Bit; DSD bis DSD256, 11,2 MHz, 1 Bit 
Ausgänge: 1 x XLR Stereo, 1 x RCA Stereo 
Speicherplatz: 2 TB 
<checksum> „Ausgefeilte Digitaltechnik und audiophiler Anspruch kommen bei Souls All-in-one Set eindrucksvoll zusammen. Gut zu bedienen und mit zahlreichen Möglichkeiten ausgestattet, bietet der Soul Server eine ausgezeichnete Grundlage für die lebendig klingende Endstufe. Ein echtes Power- Pärchen. “ 
Ausstattung & technische Daten: Soul Soul-E
Preis: um 3.100 Euro 
Vertrieb: Tom Habke Audiovertrieb, Bremen 
Telefon: 0421 24199330 
Internet: www.tomhabke.de 
Abmessungen (H x B x T in mm): 115/450/365 
Eingänge: 1x XLR Stereo 
Ausgänge: 1 x Lautsprecher Stereo 
Leistung (8 Ohm in Watt): etwa 94 Watt 
Leistung (4 Ohm in Watt): etwa 130 Watt 
checksum „Ausgefeilte Digitaltechnik und audiophiler Anspruch kommen bei Souls All-in-one Set eindrucksvoll zusammen. Gut zu bedienen und mit zahlreichen Möglichkeiten ausgestattet, bietet der Soul Server eine ausgezeichnete Grundlage für die lebendig klingende Endstufe. Ein echtes Power- Pärchen. “ 
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Autor Philipp Schneckenburger
Kontakt E-Mail
Datum 29.08.2020, 10:03 Uhr
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Topthema: DIE MUSIKTRUHE IST ZURÜCK
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