„Drum prüfe, wer sich ewig bindet ...“ heißt es in Schillers Glocke. In der High Fidelity stellte sich eine solche Frage bisher nicht. In der Regel ging man zum Händler und tauschte Geld gegen Ware.
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Man nehme einen Breitbänder, ein Gehäuse und lasse im Grunde alles weitere weg. Heraus kommt wahrscheinlich ein Lautsprecher, der nicht besonders gut klingt. Es sei denn, man weiß, was man tut.
>> Mehr erfahren>> Alle anzeigenMusikrezension: Norah Jones – Come Away With Me (JP)
Norah Jones – Come Away With Me
Klar: In einem Mehr-oder-weniger-HiFi-Magazin etwas über diese Scheibe zu erzählen, bedeutet natürlich das Tragen zahlreicher Eulen nach Athen. Schließlich ist diese Scheibe so ziemlich der Prototyp eines ganzen Genres: Leichte Muse, gediegene Frauenstimme – Audiophilen-Pop halt. Das ist gar nicht so schlimm, wie es sich anhört, und solange man den Konsum von derlei Dingen nicht übertreibt, ist auch gar nichts dagegen zu sagen. Gut. Norah Jones also. Die 30-jährige Amerikanerin ist die Tochter des für die Beatles schwer sitilprägenden indischen Musikers und Komponisten Ravi Shankar, was die eine oder andere Tür in Miss Jones‘ Karriere geöffnet haben dürfte. Bereits mit 6 Jahren nahm sie Klavierunterricht, mit 15 begann ihre Ausbildung an einer Kunsthochschule, ab 1997 studierte sie Jazzpiano in Texas. Nach ihren ersten Gehversuchen unterschrieb sie 2001 einen Plattenvertrag beim wohl berühmtesten Jazz-Label überhaupt: bei Blue Note. Und so kam bereits ein Jahr später der Donnerschlag: Ihr Debütalbum „Come Away With Me“ räumte gleich fünf Grammys ab, und seitdem ist Norah Jones aus der Ecke der sanften, leichten Popmusik nicht mehr wegzudenken. Da verwundert es nicht, dass Classic Records sich gerade dieses Album aussuchte, um es in der momentan aufwendigsten Variante wieder zu veröffentlichen: 200 Gramm schweres Clarity-Vinyl ohne Einfärbung durch Rußpartikel, was in einer milchig-grauen, halb transparenten Platte resultiert. Als ob das noch nicht genug wäre, schneidet man das mit 45 Umdrehungen auf vier Seiten, und die verteilt man nicht etwa auf zwei, sondern gleich auf vier Scheiben: Die Unterseiten sind jeweils nicht benutzt. Dekadenter geht’s nicht, und eigentlich kann ich mir kaum vorstellen, dass eine „doppelseitige“ Platte schlechter klingen würde. Sei’s drum, diese Ausgabe jedenfalls tönt spektakulär gut, das kennen wir schon von anderen Veröffentlichungen dieser Art: Überaus dynamisch, vollmundig, satt, rund, extrem schwarz im Bass und mit betont wenig Rillenrauschen. Besser geht Platte heutzutage nicht.
Fazit
Ja, ich kann’s auch nicht mehr hören. Klanglich allerdings ist diese Version unglaublich gut.Kategorie: Schallplatte
Produkt: Norah Jones – Come Away With Me (JP)
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144-612
ArtPhönix Vinyl |
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